Zwischen zwei Welten beginnt die Wahrheit.

Wenn Grenzen verschwimmen, zeigt sich, wer du wirklich bist.

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DIE AURYON-CHRONIKEN Band 1

Das Erbe der Schattenseelen

Kurzbeschreibung

Sarya lebt in einer Welt, in der Menschen mit Tierseelen verbunden sind – doch ihre eigene Verbindung bleibt verborgen.
Als dunkle Kräfte beginnen, das Gleichgewicht der Auryons zu bedrohen, wird sie plötzlich Teil eines Geheimnisses, das größer ist als alles, was sie sich je vorgestellt hat.

Leseprobe

Manche Verbindungen schlafen nicht.
Manche warten.
Und manche verändern alles.

Willkommen in einer Welt, in der Mensch und Tier tiefer verbunden sind, als es irgendjemand ahnt.

Prolog

Es war vor langer Zeit, als das Band zwischen Mensch und Tier noch sichtbar war. Damals wusste jeder, der führen wollte, dass er zuerst lernen musste zu hören. Und wer das nicht tat, regierte nicht – er herrschte. Durch Angst.

Eines Tages standen sich zwei Königreiche gegenüber. Zwei Herrscher. Zwei Tiere.

Der eine glaubte, dass Macht nur behalten werden konnte, wenn er sein Land unterdrückte. Es war ein Schmerz, den er weitergab, weil er ihn selbst nicht ertrug. Gier nach Kontrolle und die Angst vor Schwäche trieben ihn an. Später nannte man ihn den Schattenkönig. Nicht, weil er im Dunkeln regierte – sondern weil unter seiner Herrschaft alles verblasste, was eigenständig dachte, fühlte oder widersprach.

Der andere wusste, dass Verantwortung getragen werden musste, selbst wenn sie schmerzte. Man nannte ihn nur gerecht. Vielleicht, weil Mitgefühl keine Maske braucht.

Der Schattenkönig hetzte seinen Wolf in die Schlacht. Ein gewaltiges Tier mit schwarzem Fell und scharfen Zähnen. Doch der Wolf war verwundet. Erschöpft. Sein Atem ging stoßweise, sein Körper zitterte. Trotzdem kam immer wieder derselbe Befehl. Immer lauter. Immer härter.

Los. Weiter. Töte ihn.

Denn wer für den König zögerte, erinnerte ihn an das, was er verachtete: Ohnmacht.

Auf der anderen Seite stand der gerechte König mit seinem Panther. Das Tier bewegte sich leise, aufmerksam, jeder Schritt bewusst. Doch als der Panther stürzte, sich die Schulter aufriss und taumelte, blieb der Befehl aus.

Der König trat vor. Er hob sein Schwert. Dann senkte er es wieder. „Zurück“, sagte er ruhig. „Ich kämpfe weiter. Du musst heilen.“

Er wusste, dass Führung nicht darin lag, Opfer zu verlangen – sondern darin, sie zu verhindern, wenn es möglich war. Der Panther wich zurück. Der König stellte sich allein dem schwarzen Wolf entgegen. Er hob die Hand. „Ich werde dir nichts tun“, sagte er. „Du bist verletzt. Zieh dich zurück. Heile dich.“

Der Wolf hielt inne. Sein Blick wanderte. Erst zu dem Mann, der ihn verschonte. Dann zu dem, der ihn besaß – durch Befehle, Schmerz und jahrelange Härte.

„Los!“, brüllte der Schattenkönig. „Was stehst du da rum? Töte ihn! Sofort!“

Der Wolf spannte sich an. Der Gehorsam saß tief, verankert in Körper und Geist. Er sprang. Doch sein Körper gehorchte nicht mehr. Der Sprung war unkontrolliert, verzweifelt. Er verfehlte sein Ziel und schlug schwer auf dem Boden auf. Staub wirbelte auf. Knochen krachten. Schmerz durchzuckte ihn.

Der gerechte König war sofort bei ihm. Er kniete sich neben den Wolf. „Still“, sagte er leise. „Ganz still. Ich bin da. Es ist vorbei.“

Der Wolf keuchte, Blut sickerte aus seinen Wunden. Doch er knurrte nicht. Er jaulte nicht. Er sah den Mann nur an – als würde er zum ersten Mal nicht bewertet, sondern gesehen.

Hinter ihnen tobte der andere Herrscher. „Steh auf! Steh endlich auf, du elendes Vieh!“ Seine Stimme überschlug sich. Nicht aus Stärke – sondern aus Angst, die Kontrolle zu verlieren. „Ich habe dich großgezogen!“, brüllte er. „Du gehörst mir!“

Die Worte trafen den Wolf härter als jeder Schlag.

Der gerechte König erhob sich langsam. Seine Stimme blieb ruhig. „Es reicht. Er ist kein Werkzeug. Kein Besitz. Er ist ein Wesen. Und er braucht Ruhe. Und Heilung.“

Der Herrscher lachte – hohl, scharf. „Dann heil ihn doch. Und viel Glück mit diesem Taugenichts.“

Der König kniete sich wieder zum Wolf. Sah ihm in die Augen. „Du kannst mit mir kommen“, sagte er. „Wenn du willst. Ich zwinge dich zu nichts.“

Der Wolf hielt seinen Blick. Dann drehte er langsam den Kopf. Sah zurück zu dem Mann, der ihn über Jahre geschunden hatte – durch Befehle, Schmerz und die ständige Angst, nicht zu genügen.

Dann traf er eine Entscheidung. Er kroch zum gerechten König. Ein Schritt. Dann ein zweiter. Und dann riss es. Nicht sichtbar. Ein Klang wie brechendes Holz.

Das Band zwischen dem Schattenkönig und dem Wolf trennte sich. Es konnte keine Gewalt mehr tragen.

Der Schattenkönig schrie auf und krümmte sich, als würde seine eigene Leere ihn verbrennen. Der Wolf jaulte, fiel zusammen, sein Körper bebte. Trennung – nicht vom Tier gewollt, sondern vom Band selbst erzwungen.

Dann wurde es still.

Nur der Atem des Panthers. Und das leise Zittern des Wolfs, der nun neben dem gerechten König lag.

Zum ersten Mal in der Geschichte hatte ein Mensch zwei Auryon.

Nicht durch erzwungene Macht. Nicht durch Sieg. Sondern weil eines der Tiere sich entschieden hatte, bei jemandem zu bleiben, der Mitgefühl als Stärke verstand – und Verantwortung nicht fürchtete.

 

Sarya

Ich bin Sarya. Siebzehn. Strebsam. Intelligent. Und, um das Klischee zu bedienen: Außenseiterin. Ich habe noch kein Auryon. Was ungefähr so ist, als würdest du mit zehn noch kein Smartphone haben. Nur schlimmer. Weil Auryons nicht nur stylische, halbmagische Tierwesen sind, die an deiner Seite leben – sie sind auch dein verdammtes Sozialticket.

Ich kann übrigens die Verbindungen anderer Menschen sehen. Also die unsichtbaren Fäden zwischen ihnen und ihren Auryons. Total praktisch. Wenn man auf emotionale Überforderung steht. Oder auf das unangenehme Wissen, dass sich irgendwas in einem selbst weigert, endlich auch mal den magischen Tinder-Swipe zum passenden Tierwesen zu machen.

Es waren Sommerferien. Eigentlich sollte ich bald nach Elyndra – ans College für Auryon-Wechsler. Nur dumm, dass man dafür ein erwachtes Auryon braucht. Und mein Innerstes hatte sich offenbar dazu entschieden, den Winterschlaf auf unbestimmte Zeit zu verlängern.

Die anderen? Schon lange weg. Die ganzen Auryon-Wunderkinder meiner Jahrgangsstufe sind inzwischen alle in Elyndra. Und ich? Ich hockte stattdessen auf dem Garagendach und starrte in denselben Himmel über derselben Straße, in derselben Warteschleife meines Erwachens. Nur dass nichts erwachte.

Naja… nicht ganz. Ich spürte sie. Zwei.

Nicht eins – wie es normalerweise war. Zwei Verbindungen. Ich habe es nie erwähnt. Nicht bei den Tests. Nicht bei den Gesprächen mit den Elyndra-Typen, die uns monatelang durchleuchteten, als wären wir magische Röntgenbilder. Die Angst war zu groß, was passieren würde, wenn sie es erfahren.

„Bist du zu Hause? Ich bin in der Nähe. Nur 5 Minuten.“

Die Nachricht war von Lian.

Keine Minute später hörte ich das Knirschen seiner Sneakers auf dem Kies in der Einfahrt. Er kletterte aufs Dach, als wäre nie was gewesen. Kein College. Keine Verwandlung. Kein großer Abflug. Nur er, ich – und ein Hauch von Nostalgie, der wie kalter Kaffee schmeckt.

„Vielleicht passiert es ja morgen“, sagte er irgendwann plötzlich ernst. „Mit deinem Auryon. Manche bekommen ihn am achtzehnten Tag.“

„Und andere… halt nie.“

„Du bist nicht wie die anderen, Sarya“, sagte er. „Vielleicht braucht dein Auryon einfach ’nen extra Wecker. Oder du hast einen, der grundsätzlich keine Autoritäten akzeptiert.“

Ich hätte fast gelacht. Fast.

Dann wurde sein Blick ernster. „In Elyndra reden sie“, sagte er leise. „Es geht das Gerücht rum, dass sich was zusammenbraut. Irgendwas Altes. Die Prophezeiung – du kennst sie, oder?“

Natürlich kannte ich sie.

„Sie sagen, jemand wird kommen, der die Welt der Menschen und Tiere verbindet. Nicht nur irgendein Wechsler. Sondern jemand mit… zwei Auryons. Zwei Tierseelen. Ein Mensch.“

Ich starrte auf meine Hände.

„Und sie glauben, dass dieser Jemand schon unterwegs ist“, murmelte Lian.

„Oder sie“, entgegnete ich trocken.

Er nickte nur. „Oder sie.“

Der Wind strich über das Dach. Für einen Moment fühlte sich alles zu still an.

„Die Prophezeiung sagt, dass das Gleichgewicht verloren geht, wenn Menschen ihre Tiere besitzen wollen“, sagte Lian. „Wenn Verbindung zu Abhängigkeit wird. Oder zu Kontrolle. Dann ziehen sich die Tierseelen zurück. In den Spiegelwald. Weg von uns.“

Ich schluckte.

„Und dieser Mensch mit zwei Auryons“, murmelte ich, „soll das ernsthaft ändern können?“

„Nicht durch Macht“, sagte Lian. „Sondern durch Güte. Durch Mitgefühl. Durch die Fähigkeit, beide Seiten zu verstehen.“

Ich schwieg.

„Stell dir vor, du wärst es“, sagte er plötzlich. „Nicht weil du müsstest. Sondern weil du könntest.“

Ich lachte trocken. „Klingt wie eine Story aus ’nem schlechten Fantasyroman.“

Aber als er später gegangen war und ich allein auf dem Dach zurückblieb, ließ mich der Gedanke nicht los.

Nicht, dass ich je an Prophezeiungen geglaubt hätte. Ganz im Gegenteil. Ich hatte mein Leben darauf ausgerichtet, unauffällig zu sein. Kein Drama, keine Magie, keine Aufmerksamkeit. Bloß nicht aufwallen lassen, was unter der Oberfläche brodelte.

Und dann sitzt da jemand auf meinem Dach und wirft mit Wahrheiten um sich, die ich seit Jahren unter meinem mentalen Teppich parke.

 

Manche Verbindungen schlafen nicht.
Sie warten. Die vollständige Geschichte erscheint bald.

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